Sonntag, 15. Mai 2016

Mach doch mal...Balkon!



Schnell, schnell! Zum nächsten Termin, oh, das Handy klingelt, guten Tag, und die E-Mails von gestern, das muss ich auch noch. Oh, ach ja, das hatte ich ganz vergessen, das ist ja auch noch dran. Ich sollte...ich muss...und morgen steht das und das und das an. Aber dafür muss ich noch das machen. Aber gleich erst mal das, bevor das...

In einer Zeit, in der man von einem zum anderen Termin hetzt, in der das Telefon nicht still steht, man zwischendurch noch schnell die E-Mails von gestern checkt, in der man lauter Listen mit sich im Kopf herumträgt, was man noch alles erledigen soll, da ist es gut, wenn es mal langsam geht, wenn man die Zeitlupe einschaltet, sich mal ausruht, zwischendurch Luft schnappt und einfach mal ein paar Löcher in die Welt guckt.



Für mich geht das wunderbar auf dem Balkon. Ich liebe es, dass Pflanzen so langsam wachsen. Sie lassen sich Zeit. Sie wachsen so schnell, wie sie es eben tun. Man kann dabei zuschauen, Tag für Tag. Sie erfordern Geduld. Jede Menge. Denn was man heute sät, wird erst in zwei, drei Monaten etwas und das muss man erst einmal aushalten, wenn man gewohnt ist, dass alles sonst schnell schnell schnell geht. Pflanzen machen es genau richtig und ihnen dabei zu zu sehen, wie sie es so richtig machen, gibt mir immer wieder Kraft den nächsten Tag alles zu erledigen, was eben so erledigt werden muss.








Kommentare:

  1. Das erinnert mich an ein Zitat von Hanno Rauterberg:


    In einer Zeit, in der alles machbar und verfügbar zu sein hat, dank der Gentechnik selbst das eigene Ich, in einer solchen Zeit vergräbt man eine Tulpenzwiebel. Und ganz gleich, wie häufig man nun gießt, wie sehr man sie düngt, die Zwiebel lässt sich nicht zwingen. Sie sprießt, wenn es ihr (und dem Wetter) gefällt. Der Gartenmensch steht wartend daneben und ist heiter erstaunt über diese blühende Form der Unverfügbarkeit. Er steht vor einem Reichtum, den er nicht verdient und nicht geschaffen hat. (Hanno Rauterberg: Wir sind die Stadt! Urbanes Leben in der Digitalmoderne)

    Herzliche Grüße!
    Mirjam

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    1. Wunderbar!Das hat er gut gesagt! Das trifft es!

      Ich musste gerade auch an den Spruch denken:
      Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

      Liebe Grüße

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  2. Hallo Anette
    Aus diesem Grund liebe ich meinen Garten/Acker - da ist kein Handyempfang, kein Telefon es ist nur mein Angebautes, meine Pflanzen und das liebe Unkraut.... Deine Fotos sind wunderschön
    Liebe Grüße
    Claudia

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    1. Hallo Claudia,
      danke dir! Wie schön keinen Handyempfang im Garten zu haben, dann kann anderes auf Empfang gehen ;)
      Liebe Grüße

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  3. hallo,

    machst du dieses jahr wieder was auf dem balkon?

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  4. Hallo liebe Nadia,
    tja, da fragst du was und schön, dass du fragst. Wenn das Wetter so ist wie im Moment juckt es schon wieder in den Fingern. Ein paar posts werden dieses Jahr wohl drin sein :)

    Liebe Grüße
    hast du schon gewerkelt?
    Anette

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